Brian Molko von Placebo im Interview

Interview mit Brian Molko von Placebo

Placebo rocken Köln

Interview: Jan Gebauer für „Flash Cologne“, 2009

Alles neu: Plattenvertrag, Drummer und ein ganz starkes Album namens „Battle for the Sun“. Das Rock-Trio Placebo auf Deutschlandtour!

Mit dem neuen Album „Battle for the Sun“ hat Placebo wieder mächtig abgeräumt. Nun treten die drei Jungs endlich wieder live auf. Am 4. Dezember ist das Trio zu Gast in der Kölner Lanxess-Arena. Jan Gebauer sprach mit Leadsänger Brian Molko (36), offen bisexuell und mittlerweile Vater eines vierjährigen Jungen, über die neue Scheibe, die Veränderungen innerhalb der Band und den heißen neuen Drummer Steve Forrest.

Placebo hat in den letzten Monaten einige Veränderungen durchgemacht. Euer neues Werk scheint das mit Cover und Titel zu reflektieren. Was steckt dahinter?

Unsere CD davor, „Meds“, war dermaßen düster, dass es einfach nötig war, eine andere Richtung einzuschlagen. Der Mond steht für die Dunkelheit, die langsam vergeht und von der Sonne abgelöst wird. Das strahlende Licht ist die Gewalt, die letztlich siegt. Der Kampf um das Licht steht für den immer währenden Kampf um das Leben.

Meinst Du damit auch den Rauswurf von Steve Hewitt?

Ach weißt du, das Verhältnis zwischen uns wurde in den letzten Jahren immer schwieriger und am Ende sogar richtig unschön. Aber jetzt haben wir mit Steven Forrest ein frisches, vollwertiges Band-Mitglied und damit letztendlich auch den Spaß und die Freiheit am Songwriting wiedergefunden. Mit Steve war das leider nicht mehr möglich.

Wie habt ihr den „neuen Steve“ gefunden?

Wir haben uns erstmals 2006 in Arizona getroffen als er noch mit der Band Evaline spielte und diese für uns Konzerte eröffnete. Er war mit Abstand das Aufregendste an dieser Gruppe – und das mit gerade einmal 19 Jahren. Danach verloren wir uns aus den Augen und wir hatten Forrest schon fast vergessen. Nachdem Steve Hewitt nicht mehr in der Band war, warteten Stefan und ich erstmal ruhig ab, wer sich bei uns meldet. Wir hatten Glück, Forrest setzte sich mit uns in Verbindung – der Junge mit dem „Open Mind“ auf dem Fingergelenk. Jetzt ergab alles einen Sinn.

Er scheint neues Leben in die Band gebracht zu haben.

Er ist ein bisschen wie ein „kleiner Bruder“. Als Kalifornier hat er einen positiven Einfluss auf depressive, zynische Europäer wie Stefan und mich. Steve ist sehr enthusiastisch und glücklich ein Teil der Band zu sein.

Ihr habt außerdem den Sprung vom Major- zum Independent-Label gewagt. Warum habt ihr diesen Schritt gewählt?

Das stand für uns schon lange fest. Wir waren echt froh, als der Vertrag mit der EMI endete und wir die Independent-Schiene einlegen konnten. Wir hatten bei der Arbeit an „Battle for the Sun“ deutlich weniger Druck und konnten uns ganz auf die Musik konzentrieren. Der kommerzielle Aspekt steht für uns nicht mehr im Vordergrund. Aber der Witz ist, dass das neue Album trotzdem in zehn Ländern auf Platz eins stand.

Mehr über Placebo: www.placeboworld.co.uk

Update 2015: Der im Interview erwähnte Steve Forrest hat die Band im Februar 2015 wieder verlassen, um musikalisch eigene Wege zu gehen.

Veröffentlicht von

jangebauer

Journalist. Online-Redakteur. Networking. Social-Media-verrückt. Musik-süchtig. In Köln verliebt.

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